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Die „Grüne Fee“ wird entzaubert

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Absinth-Wirkung: Die „Grüne Fee“ wird entzaubert

Künstler wie Van Gogh und Toulouse-Lautrec konsumierten ihn in rauen Mengen: den Kräuterschnaps Absinth. Bisher wurde das Nervengift Thujon für die Wirkung des Trunks verantwortlich gemacht. Stimmt gar nicht, sagen nun Forscher. Die Erklärung ist viel simpler. Wenn man es so stimmen mag…

Die „Grüne Fee“ hatte einen legendären Ruf. Absinth gebe „dem Leben eine feierliche Färbung“ und helle „seine dunklen Tiefen auf“, schrieb zum Beispiel der Dichter Charles Baudelaire, der das Gebräu auch gegen Schreibhemmung nutzte: „Die toten Wörter stehen auf und sind aus Stein und Bein.“ Vor allem im Paris der Jahrhundertwende schworen zahlreiche Künstler auf das grüne Getränk, das beim Vermischen mit Wasser eine milchige Farbe bekommt. Künstler wie Oscar Wilde, Vincent van Gogh, Henri de Toulouse-Lautrec oder Paul Gauguin waren erklärte Absinth-Fans.

 

Bisher war die These verbreitet, dass das Nervengift Thujon dem Kräuterschnaps – hergestellt unter anderem aus Wermut, Fenchel und Anis – zu seiner Wirkung verhalf. Doch ein Forscherteam um Dirk Lachenmeier vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe hat daran arge Zweifel. Die Wissenschaftler glauben stattdessen, dass allein hochkonzentrierter Alkohol den Absinth so wirkungsvoll macht.

Die Forscher hatten insgesamt 13 Schnapsproben untersucht. Wie sie im „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ schreiben, stammten diese allesamt aus der Zeit vor 1915 – als Absinth in Frankreich verboten wurde. Deutschland folgte 1923. Schuld an dem Bann, der hierzulande bis 1991 galt, waren die angeblich verheerenden Symptome des Absinthismus, einer durch allzu exzessiven Konsum des Getränks ausgelösten Krankheit: Wahnvorstellungen, Krämpfe und im schlimmsten Fall sogar die völlige Erblindung drohten – angeblich.

„Vor dem Verbot haben Absinth-Freunde noch viele Flaschen eingelagert“, erklärt Forscher Lachenmeier im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Und aus diesen Depots der Prä-Prohibitionszeit stammt das Material für seine Forschungen. Unter Sammlern werden die angestaubten und wachsversiegelten Behältnisse teuer gehandelt. Die Flaschen für die aktuelle Untersuchung wurden in Frankreich, der Schweiz, Spanien, Italien, den Niederlanden und den USA zusammengekauft….

 

 

 

(Quelle zum weiterlesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/absinth-wirkung-die-gruene-fee-wird-entzaubert-a-550778.html)

Anis – Die Heilwirkung

Anis blüte

Anis – Die Heilwirkung

Die Anispflanze wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 60 cm. Die Pfahlwurzel ist dünn. Der aufrechte, stark verzweigte Stängel ist leicht behaart. Die ganze Pflanze ist stark aromatisch. Die Laubblätter sind verschiedengestaltig: die 2 bis 5 cm lang gestielten, einfachen Grundblätter sind herzförmig rundlich, zwischen 1 und 3 cm groß und am Rand eingeschnitten gesägt. Die Stängelblätter sind ein- bis zweifach fiederteilig, die Ränder der Fiederblättchen sind gesägt. Die obersten Stängelblätter sind mehr und mehr reduziert, bis sie nur noch dreilappig sind.

 

Anis ist eine sehr alte Heil- und Gewürzpflanze. Der Anis stammt ursprünglich aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. In unseren Breiten ist er nur in Gärten oder im landwirtschaftlichen Anbau zu finden. Wilde Pflanzen sind sehr selten.

Seine süßlich schmeckenden Früchte sind in der Weihnachtsbäckerei und in Schnäpsen (z.B. Ouzo) bekannt.

In der Heilkunde hilft Anis bei Husten, Blähungen und bei der Milchbildung.

 


Steckbrief

Heilwirkung: antibakteriell,
entspannend,
harntreibend,
krampflösend,
schleimlösend,
tonisierend,
Abgeschlagenheit,
Aphrodisiakum,
Appetitlosigkeit,
Asthma,
Blähungen,
Bronchitis,
Epilepsie (unterstützend),
Erbrechen,
trockener Husten,
Halsinfektionen,
Insektenstiche,
Kopfschmerzen,
Milchbildung,
Magenkrämpfe,
Pfeiffersches Drüsenfieber
Schlaflosigkeit,
Schluckbeschwerden,
Verdauungsschwäche,
wissenschaftlicher Name: Pimpinella anisum L.
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Aniseed
volkstümliche Namen: Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Enis, Einis, Jenes, Römischer Fenchel
Verwendete Pflanzenteile: Früchte (sie sehen wie Samen aus)(Anisi fructus)
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Anethol, Isoanethol, Ansiketon, Anissäure, Acetaldehyd, Acetylcholin, Azulen, Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Eugenol, Kaffeesäure, Cumarine, Myristicin, Salicylate, Thymol, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C,
Tages-Dosis: 4 Gramm (Erwachsene und Kinder über 6 Jahre), 1 Gramm (Kinder bis 2 Jahre), 2 Gramm (Kinder zwischen 2-6 Jahren)
Gegenanzeigen: Schwangerschaft; Allergie gegen Anis oder Anethole
Nebenwirkungen: Allergische Hautreaktionen auch der Schleimhäute
Sammelzeit: Frühherbst (kommt kaum wildwachsend vor)

 


Anwendung

Anis ist Bestandteil vieler Teemischungen, weil er nicht nur eine ausgeprägte Wirkung gegen viele Beschwerden hat, Anis wertet langweilige Kräutermischungen geschmacklich auf.

Anis findet sich in einigen Tee-Mischungen gegen Fieber, z.B. in Kombination mit Weidenrinde.

Der Stilltee, den junge Mütter zu Beginn der Stillzeit trinken sollten, besteht aus Anis, Kümmel und Fenchel. Der Tee entfaltet seine Wirkung indirekt über die Muttermilch und wirkt gegen Blähungen des Babys. Gleichzeitig regt dieser Tee die Milchbildung an.

Stillenden Müttern hilft auch reiner Anistee bei der Milchbildung, hier nimmt der Säugling ebenfalls die Inhaltsstoffe gegen Blähungen über die Muttermilch auf. Die milchbildende Wirkung beruht auf der östrogenen Wirkung des Anisöls.

Die Samen sollten vor der Anwendung zerquetscht werden, z.B. mit einem Mörser, da so die Wirkstoffe besser freigesetzt werden können.

Der Geschmack von Anis ist süßlich, blumig und mild.

Durch seinen freundlichen Geschmack ist Anis auch besonders für Kinder geeignet.

Das ätherische Öl des Anis wird nach der Einnahme über die Lunge ausgeschieden und wirkt dadurch durch die Lungenbläschen und Bronchien von innen.

Auch die Verdauungsvorgänge werden auf milde Weise angeregt. Blähungen lösen sich durch die krampflösende Wirkung in Wohlgefallen auf.

Das ätherische Anisöl kann man, verdünnt mit fetten Ölen oder als Salbe, zu Einreibungen verwenden. So hilft es bei Brusteinreibungen gegen Husten und bei Baucheinreibungen gegen Blähungen und Magen- und Darmkrämpfe.

Für Inhalation mit Anisöl nimmt man heißes Wasser und etwa 5 Tropfen Anisöl, die Dämpfe atmet man etwa 10 Minuten ein. Lindert die Beschwerden bei Erkältungen.

Auf keinen Fall sollte man Anisöl unverdünnt innerlich anwenden oder in die Augen bringen. Ätherische Öle dürfen nicht bei Säuglingen eingesetzt werden.

Das Heilmittel Wermut

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Das Heilmittel Wermut

 

Viele Arten der Gattung der Artemisia-Kräuter, die in den gemäßigten Klimazonen der nördlichen Hemisphäre wachsen, wurden und werden traditionell als Heilpflanzen eingesetzt. Bereits im Papyrus Ebers, einem Schriftstück von 3550 bis 1550 vor Christus, finden sich Hinweise auf die Verwendung von Beifuß Arten als Heilmittel. Ebenso finden sich entsprechende Stellen im Alten Testament. Auch wenn in deutschen Ausgaben meist die Rede von Wermut ist, muss es sich hier um einen Übersetzungsfehler handeln, da es sich aus biologischer Sicht nicht um Wermut handeln kann, sondern eher andere Arten der Gattung Artemisia gemeint sein müssen. 2007 wurde von deutschen Forschern im Rahmen einer Doppelblind-Studie festgestellt, dass bei Morbus-Crohn Patienten deutliche Besserungszeichen nachzuweisen sind, wenn Wermut eingesetzt wurde. Ebenso wurden Gemische aus Wein und Wermut von Hildegard von Bingen als Entwurmungsmittel verwendet. Mehrere Nachweise belegen die Produktion von Wermutweinen, ein Getränk, welches aus der Vergärung von Trauben mit Wermutblättern entsteht, während des 16. Jahrhunderts. Sie hatten den Ruf, besonders gut wirksame Mittel gegen Magenbeschwerden zu sein. Die Verwendung von Artemisia-Kräutern bei der Herstellung von Tinkturen und Extrakten war bei der Entstehung von Absinth von maßgeblicher Bedeutung.

Absinth und seine Wirkung

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Absinth und seine Wirkung

 

Absinth wirkt anders als andere Alkoholika, da er neben dem Alkohol noch diverse Kräuter und Zutaten beinhaltet, die ebenso ein eigenes Wirkungsspektrum aufweisen. Insbesondere Thujon muss hier erwähnt werden, da diesem Inhaltsstoff des Wermutextraktes die meisten dieser Wirkungen zugeschrieben werden. Der Wermut ist ein strauchartiges Beifußgewächs, welches graugrüne Blätter und gelbliche Blütenköpfe treibt und ca. einen Meter hoch wird. Schon Phytagorasempfohl in Wein angesetzten Wermut als Heilmittel. Im Mittelalter wurde Wermut auch zur Prävention gegen die Pest eingesetzt, indem man ihn unters Kopfkissen legte, oder im Dachstuhl aufhing.

 

Die rauschwirkung des Absinths setzt sich zum einen aus dem hohen Alkoholgehalt und zum anderen aus dem Thujongehalt zusammen. Im Gegensatz zu anderen Alkoholika entfaltet Absinth schon in geringen Dosen eine sehr euphorisierende und anregende Wirkung, in größeren Mengen konsumiert soll er sogar halluzinogene Wirkung hervorgerufen haben. Oscar Wilde äußerte sich einstmals folgendermaßen zu dieser besonderen Wirkung des Absinths:„Das erste Stadium ist wie normales Trinken, im zweiten fängt man an, ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen, aber wenn man es schafft, nicht aufzugeben, kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht, die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge.“ Dadurch wurde Absinth im 19. Jahrhundert ein gerne konsumiertes Rauschmittel, was aber natürlich auch die negativen Auswirkungen des übermäßigen Genusses mit sich brachte. Vor allem das Risiko der Abhängigkeit bei eben diesem übermäßigen Konsum führte dazu, dass um die Zeit des ersten Weltkriegs in beinahe allen westlichen Staaten ein Absinthverbot ausgesprochen wurde.

 

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Innerhalb der EU wurde Absinth 1998 mit streng kontrolliertem Thujongehalt wieder als frei verkäuflich erklärt. Selbstverständlich entspricht unser Absinth den gesetzlichen Richtlinien. Eine einzigartige Wirkung kann man ihm aber durchaus auch heute noch nachsagen. Der Wirkstoff Thujon  ist bereits in geringen Mengen psychoaktiv. Gesundheitsschädlich sind erst sehr hohe Dosen, weswegen unser Absinth auch absolut bedenkenlos genossen werden kann. Diese Dosen werden von Wissenschaftlern sogar als so hoch eingeschätzt, dass es aufgrund der Alkoholmenge nicht möglich wäre, so viel Thujon über den Absinth zu konsumieren. Eine solch hohe Thujonmenge aufzunehmen, wäre sogar mit dem hohen Thujongehalt des historischen Absinths kaum möglich gewesen. Dem zu folge war ziemlich sicher der Alkohol alleine schuld an den Folgeschäden des damals doch recht häufigen Missbrauchs.

Absinth Kräuter – Thujon

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Absinth Kräuter – Thujon

 

Thujon ist ein Alkaloid, welches im ätherischen Öl des Wermuts vorkommt, das bei der Herstellung von Absinth eine wesentliche Rolle spielt. Die schädlichen Auswirkungen von Thujon konnten insbesondere im 19. Jahrhundert in Frankreich beobachtet werden. Hierzu gehören Schwindel, Hallozinationen, Wahnvorstellungen, Krämpfe und Depressionen. Sogar Blindheit und kompletter geistiger und körperlicher Verfall wurden auf Thujon zurück geführt. Heute ist Thujon als Nervengift bekannt, welches Krampfanfälle (epileptische Konvulsionen) und Verwirrtheit verursachen kann.

Deswegen wurde der Thujongehalt in alkoholischen Getränken innerhalb der EU folgendermaßen begrenzt:

Zugelassen sind maximal 5 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt bis maximal 25 % vol und bis maximal 10 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von über 25 % vol, sowie bis zu maximal 35 mg/kg in Bitter-Spirituosen.

 

Die konvulsive Wirkung des Absinths wurde speziell in Tierexperimenten während des 19. Jahrhunderts festgestellt. Heute weiß man, dass die Ursache hierfür in der Blockierung der GABA-Rezeptoren und der Desensibilisierung der Serotonin-5-HT3-rezeptoren durch Thujon begründet ist. Jedoch ist heute ebenso bekannt, dass die im Absinth enthaltene Thujonmenge niemals ausreichend wäre, um Vergiftungen in diesem Maße hervor zu rufen. Eher wahrscheinlich liegt der Grund hierfür schlicht und einfach in dem Alkoholgehalt des Absinths.

Vertreter

Bei den Thujonen handelt es sich um die Stereoisomere des 1-Isopropyl-4-methylbicyclo[3.1.0]hexan-3-ons.

Absinthe thujone

 

 

Ein vielfach vermuteter Wechselmechanismus zwischen Thujon und THC konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Auch die vielfach beworbene euphorisierende und aphrodisierende Wirkung des Absinthes kann durch diese wissenschaftlichen Studien nicht auf den Thujongehalt zurück geführt werden. Entgegen vieler Vermutungen hatte auch der Absinth des 19. Jahrhunderts keinen wesentlich höheren Thujongehalt als die heutigen Absinthe, wie man aus diversen Quellen entnehmen konnte. Sogar eher das Gegenteil ist der Fall. Absinthe, die nach historischen Rezepten von 1930 hergestellt wurden, wiesen nicht einmal Thujongehälter von 10mg/kg auf. Zwar kann der Thujongehalt durch die Zugabe von Wermutölen und Wermutauszügen zusätzlich erhöht werden, wobei dies aber selten praktiziert wird, da der Absinth dadurch fast ungenießbar bitter wird.