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Grundzusammensetzung der Kräuter

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Verantwortlich für den typichen Geschmack des Absinthes sind allen voran Wermut, Anis und Fenchel.

 

Es gibt jedoch die verschiedensten Rezepte, die neben diesen Hauptzutaten noch andere Gewürze verwenden, um den Geschmack als ganzes besonders abzurunden. So findet man in vielen Absinthen zum Beispiel auch Kalmus, Angelika, Koriander, Wacholder, Origanum Dictamus, Veronica und Muskat.

Absinthe aus Frankreich und der Schweiz enthalten neben Wermut (Artemisa absinthium) hauptsächlich Anis (welches teilweise durch den billigeren Sternanis substituiert wird), Fenchel, Zitronenmelisse, Ysop und pontischen Wermut. Seine typische grüne Farbe erhält der Absinth vom Clorophyll typischer Färbekräuter wie Minze, Ysop, Melisse und pontischem Wermut.

 

 

Anis – Die Heilwirkung

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Anis – Die Heilwirkung

Die Anispflanze wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 60 cm. Die Pfahlwurzel ist dünn. Der aufrechte, stark verzweigte Stängel ist leicht behaart. Die ganze Pflanze ist stark aromatisch. Die Laubblätter sind verschiedengestaltig: die 2 bis 5 cm lang gestielten, einfachen Grundblätter sind herzförmig rundlich, zwischen 1 und 3 cm groß und am Rand eingeschnitten gesägt. Die Stängelblätter sind ein- bis zweifach fiederteilig, die Ränder der Fiederblättchen sind gesägt. Die obersten Stängelblätter sind mehr und mehr reduziert, bis sie nur noch dreilappig sind.

 

Anis ist eine sehr alte Heil- und Gewürzpflanze. Der Anis stammt ursprünglich aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. In unseren Breiten ist er nur in Gärten oder im landwirtschaftlichen Anbau zu finden. Wilde Pflanzen sind sehr selten.

Seine süßlich schmeckenden Früchte sind in der Weihnachtsbäckerei und in Schnäpsen (z.B. Ouzo) bekannt.

In der Heilkunde hilft Anis bei Husten, Blähungen und bei der Milchbildung.

 


Steckbrief

Heilwirkung: antibakteriell,
entspannend,
harntreibend,
krampflösend,
schleimlösend,
tonisierend,
Abgeschlagenheit,
Aphrodisiakum,
Appetitlosigkeit,
Asthma,
Blähungen,
Bronchitis,
Epilepsie (unterstützend),
Erbrechen,
trockener Husten,
Halsinfektionen,
Insektenstiche,
Kopfschmerzen,
Milchbildung,
Magenkrämpfe,
Pfeiffersches Drüsenfieber
Schlaflosigkeit,
Schluckbeschwerden,
Verdauungsschwäche,
wissenschaftlicher Name: Pimpinella anisum L.
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Aniseed
volkstümliche Namen: Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Enis, Einis, Jenes, Römischer Fenchel
Verwendete Pflanzenteile: Früchte (sie sehen wie Samen aus)(Anisi fructus)
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Anethol, Isoanethol, Ansiketon, Anissäure, Acetaldehyd, Acetylcholin, Azulen, Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Eugenol, Kaffeesäure, Cumarine, Myristicin, Salicylate, Thymol, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C,
Tages-Dosis: 4 Gramm (Erwachsene und Kinder über 6 Jahre), 1 Gramm (Kinder bis 2 Jahre), 2 Gramm (Kinder zwischen 2-6 Jahren)
Gegenanzeigen: Schwangerschaft; Allergie gegen Anis oder Anethole
Nebenwirkungen: Allergische Hautreaktionen auch der Schleimhäute
Sammelzeit: Frühherbst (kommt kaum wildwachsend vor)

 


Anwendung

Anis ist Bestandteil vieler Teemischungen, weil er nicht nur eine ausgeprägte Wirkung gegen viele Beschwerden hat, Anis wertet langweilige Kräutermischungen geschmacklich auf.

Anis findet sich in einigen Tee-Mischungen gegen Fieber, z.B. in Kombination mit Weidenrinde.

Der Stilltee, den junge Mütter zu Beginn der Stillzeit trinken sollten, besteht aus Anis, Kümmel und Fenchel. Der Tee entfaltet seine Wirkung indirekt über die Muttermilch und wirkt gegen Blähungen des Babys. Gleichzeitig regt dieser Tee die Milchbildung an.

Stillenden Müttern hilft auch reiner Anistee bei der Milchbildung, hier nimmt der Säugling ebenfalls die Inhaltsstoffe gegen Blähungen über die Muttermilch auf. Die milchbildende Wirkung beruht auf der östrogenen Wirkung des Anisöls.

Die Samen sollten vor der Anwendung zerquetscht werden, z.B. mit einem Mörser, da so die Wirkstoffe besser freigesetzt werden können.

Der Geschmack von Anis ist süßlich, blumig und mild.

Durch seinen freundlichen Geschmack ist Anis auch besonders für Kinder geeignet.

Das ätherische Öl des Anis wird nach der Einnahme über die Lunge ausgeschieden und wirkt dadurch durch die Lungenbläschen und Bronchien von innen.

Auch die Verdauungsvorgänge werden auf milde Weise angeregt. Blähungen lösen sich durch die krampflösende Wirkung in Wohlgefallen auf.

Das ätherische Anisöl kann man, verdünnt mit fetten Ölen oder als Salbe, zu Einreibungen verwenden. So hilft es bei Brusteinreibungen gegen Husten und bei Baucheinreibungen gegen Blähungen und Magen- und Darmkrämpfe.

Für Inhalation mit Anisöl nimmt man heißes Wasser und etwa 5 Tropfen Anisöl, die Dämpfe atmet man etwa 10 Minuten ein. Lindert die Beschwerden bei Erkältungen.

Auf keinen Fall sollte man Anisöl unverdünnt innerlich anwenden oder in die Augen bringen. Ätherische Öle dürfen nicht bei Säuglingen eingesetzt werden.

Das Heilmittel Wermut

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Das Heilmittel Wermut

 

Viele Arten der Gattung der Artemisia-Kräuter, die in den gemäßigten Klimazonen der nördlichen Hemisphäre wachsen, wurden und werden traditionell als Heilpflanzen eingesetzt. Bereits im Papyrus Ebers, einem Schriftstück von 3550 bis 1550 vor Christus, finden sich Hinweise auf die Verwendung von Beifuß Arten als Heilmittel. Ebenso finden sich entsprechende Stellen im Alten Testament. Auch wenn in deutschen Ausgaben meist die Rede von Wermut ist, muss es sich hier um einen Übersetzungsfehler handeln, da es sich aus biologischer Sicht nicht um Wermut handeln kann, sondern eher andere Arten der Gattung Artemisia gemeint sein müssen. 2007 wurde von deutschen Forschern im Rahmen einer Doppelblind-Studie festgestellt, dass bei Morbus-Crohn Patienten deutliche Besserungszeichen nachzuweisen sind, wenn Wermut eingesetzt wurde. Ebenso wurden Gemische aus Wein und Wermut von Hildegard von Bingen als Entwurmungsmittel verwendet. Mehrere Nachweise belegen die Produktion von Wermutweinen, ein Getränk, welches aus der Vergärung von Trauben mit Wermutblättern entsteht, während des 16. Jahrhunderts. Sie hatten den Ruf, besonders gut wirksame Mittel gegen Magenbeschwerden zu sein. Die Verwendung von Artemisia-Kräutern bei der Herstellung von Tinkturen und Extrakten war bei der Entstehung von Absinth von maßgeblicher Bedeutung.

Absinth Kräuter – Thujon

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Absinth Kräuter – Thujon

 

Thujon ist ein Alkaloid, welches im ätherischen Öl des Wermuts vorkommt, das bei der Herstellung von Absinth eine wesentliche Rolle spielt. Die schädlichen Auswirkungen von Thujon konnten insbesondere im 19. Jahrhundert in Frankreich beobachtet werden. Hierzu gehören Schwindel, Hallozinationen, Wahnvorstellungen, Krämpfe und Depressionen. Sogar Blindheit und kompletter geistiger und körperlicher Verfall wurden auf Thujon zurück geführt. Heute ist Thujon als Nervengift bekannt, welches Krampfanfälle (epileptische Konvulsionen) und Verwirrtheit verursachen kann.

Deswegen wurde der Thujongehalt in alkoholischen Getränken innerhalb der EU folgendermaßen begrenzt:

Zugelassen sind maximal 5 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt bis maximal 25 % vol und bis maximal 10 mg/kg in alkoholischen Getränken mit einem Alkoholgehalt von über 25 % vol, sowie bis zu maximal 35 mg/kg in Bitter-Spirituosen.

 

Die konvulsive Wirkung des Absinths wurde speziell in Tierexperimenten während des 19. Jahrhunderts festgestellt. Heute weiß man, dass die Ursache hierfür in der Blockierung der GABA-Rezeptoren und der Desensibilisierung der Serotonin-5-HT3-rezeptoren durch Thujon begründet ist. Jedoch ist heute ebenso bekannt, dass die im Absinth enthaltene Thujonmenge niemals ausreichend wäre, um Vergiftungen in diesem Maße hervor zu rufen. Eher wahrscheinlich liegt der Grund hierfür schlicht und einfach in dem Alkoholgehalt des Absinths.

Vertreter

Bei den Thujonen handelt es sich um die Stereoisomere des 1-Isopropyl-4-methylbicyclo[3.1.0]hexan-3-ons.

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Ein vielfach vermuteter Wechselmechanismus zwischen Thujon und THC konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Auch die vielfach beworbene euphorisierende und aphrodisierende Wirkung des Absinthes kann durch diese wissenschaftlichen Studien nicht auf den Thujongehalt zurück geführt werden. Entgegen vieler Vermutungen hatte auch der Absinth des 19. Jahrhunderts keinen wesentlich höheren Thujongehalt als die heutigen Absinthe, wie man aus diversen Quellen entnehmen konnte. Sogar eher das Gegenteil ist der Fall. Absinthe, die nach historischen Rezepten von 1930 hergestellt wurden, wiesen nicht einmal Thujongehälter von 10mg/kg auf. Zwar kann der Thujongehalt durch die Zugabe von Wermutölen und Wermutauszügen zusätzlich erhöht werden, wobei dies aber selten praktiziert wird, da der Absinth dadurch fast ungenießbar bitter wird.